Der Fußabdruck des Teufels ist im Kircherl deutlich sichtbar. Hat er aus putinscher Wut so aufgestampft? Wollte er den Weilheimer Bürokraten ein Zeichen hinterlassen, bevor er das Weite suchte? Auf jeden Fall sind wir ihn los und der Pfaffenwinkel wird nur noch von Engeln heimgesucht.
In diesem Sinne können wir frohgemut das ruhige Hardt durchwandern. Keine Menschentrauben wie am Ostersee oder in Oberammergau. Ab und zu begegnen wir Wanderern oder Radlern. Der Parkplatz am Kircherl ist zwar oft voll, aber hier spielt es keine Rolle, ob Sie an einem anderen Feldweg ihre Wanderung beginnen. Die Sicht ist überall frei, vielleicht nicht spektakulär, aber stets beruhigend. Die Engel üben hier das Frohlocken, bevor sie Ihre barocken Amor-Pfeile singend im Pfaffenwinkel verschießen.
Einen Weg können wir als Erstes empfehlen, weil er am Kreuzweg vorbeiführt und vielleicht den Appetit auf diese Landschaft weckt. (Siehe Karte). Nach ein paar hundert Meter kommen sie in den Wald und dort abwärts an den zwölf Tafeln. Entweder Sie kehren nun um, oder verfolgen den Weg nach links in den zweiten Wald. Im Wald nach ein paar hundert Metern wieder links geht es zurück zur Kapelle.
Der zweite Weg hat eine Länge von etwa neun Kilometern. Also zweieinhalb bis drei Stunden führen Sie die Pfade über das Moor und schmale Straßen. Der Höhenunterschied beträgt nur 40 Meter (630 bis 670 Hm).
Wer mag, kann dann noch am biologisch geführten Wieshof bei Marnbach vorbeischauen. Die experimentierfreudige Chefin, Frau Doll, hat auch einen Heilpflanzen-Lehrgarten, alte und unbekannte Gemüsearten, Wildobststräucher und alte Obstsorten im Schaugarten.
Geschichte zur Hardtkapelle Wielenbach
Die Hardtkapelle Wielenbach ist eine 1865/1866 erbaute römisch-katholische Kapelle nahe dem Gehöft Hardt in Wielenbach. Patronin der Kapelle ist die Heilige Anna, die Mutter Marias.
Der neugotische Schnitzaltar enthält als Altarbild eine Darstellung der Madonna mit Kind. Es ist eine Kopie eines Gemäldes von Lucas Cranach dem Älteren aus der Hand von Johann Baptist Baader, entstanden um 1769/65. Das Bild gilt als Gnadenbild.
Das Antependium des Altars ist eine Darstellung des legendären Teufelstritts. Es zeigt die beiden streitenden Parteien, sowie den Streitschlichter, dargestellt als junger Mann, der mit dem linken Fuß in einen Stein tritt.
Der Altar wird flankiert von zwei Wandgemälden mit Büsten der Heiligen Anna und des Heiligen Joachim, den Eltern Marias. Die Kapelle ist dekoriert mit in Rahmen gefassten farbigen Reliefs aus dem Marienleben.
Kreuzweg
Nördlich der Kapelle befindet sich ein neugotischer Kreuzweg mit 15 Stationen aus der Zeit um 1870/1890. Die einzelnen Ädikulen bestehen aus Tuffstein mit eingefügten, farbigen Tonreliefs.
Legende vom Teufelstritt
Die Besonderheit dieser Kapelle ist der sogenannte Teufelstritt, ein Stein, in dem sich ein Loch in Form eines Fußabdrucks befindet. Dieser Stein stammt aus einen Vorläuferbau an gleicher Stelle. Er soll einer Legende nach um 1250 bei einem Streit zwischen dem Pfarrsprengel Haunshofen und Weilheim um die Weiderechte auf dem Hardt entstanden sein. Als wieder einmal der Streit ausbrach, trafen sich die Streitparteien an der Stelle, an der heute die Hardtkapelle steht, um den Streit von Richtern schlichten zu lassen. Während sich die Streitparteien gegenseitig beschimpften, soll aus der Menge der Teufel herausgetreten sein, einen Stein auf den Boden gelegt und gerufen haben: „So wahr ich trete in diesen Stein, ist dies Haunshofer G´mein.“ Darauf soll er seinen Huf in den Stein geschlagen haben und verschwand anschließend, worauf der Streit beendet war.
Über dem Stein wurde zu dessen Schutz eine Kapelle erbaut.
(Gekürzter Text aus Wikipedia)
Text: JvB, Fotos: www.genussorte-pfaffenwinkel.de, Kapelle von Gras-Ober, Public Domain CC0








