Weilheim im Pfaffenwinkel

 

Weilheim ist das Zentrum des Pfaffenwinkel, des sagenhaften Landes, das sich Pfaffen und Mönche über viele Jahrhunderte aufgeteilt haben und deren Schätze nun in vielen Klöstern zu bestaunen sind. 

Die große Säkularisation, also die Auflösung der Klöster, im Jahre 1803 hat die Fürsten reicher, die verschuldeten Pfaffen ärmer gemacht. Viele Klöster wurden verkauft – um dann wieder zurückgekauft zu werden. Jetzt kann ein jeder, der ein paar Taler übrig hat, ebenso Anteilseigner eines Klosterbaus werden. Der Preis sind meistens die Restaurations- und Instandhaltungskosten. 

Vielleicht war das (Un-)Wesen der Pfaffen zum Vorteil der Bevölkerung, denn außer den Überfällen der Ungarn um etwa 970 ist kein größerer Konflikt in diesem Landstrich vorstellig geworden. Daher gibt es außer Klöster und Kirchen keine größeren Bauten. Ein paar Schlösser, aber keine bedeutenden Burgen.

Weilheim liegt einerseits am Fluss Ammer, die nach dem Ammersee zur Amper wird und in die Isar fließt. Andererseits an der Bundesstraße B2, die Weilheim auf das unangenehmste durchschneidet und selbst bei einer Umfahrung durch die Moore oder die Ausflugsgebiete wie das Gögerl, nicht zu bändigen sein wird.

Weilheim ist eine Stadt, die sich seit ein paar Jahren richtig aufmandelt und aufhübscht. Oder auch hässlicher macht. Je nach Sicht und Geldbeutel. Es wird gemunkelt, dass irgendein bescheurerter Bauherr, alle Fäden in der Stadt beisammen hat und nach Laune auch zieht. Also nichts Neues in Bayern, nur allzu bayerisches Gewese. 

Weilheim hat übrigens auch ein Kloster. Es ist äußerst unscheinbar und lieblos im Zentrum gelegen, in einer Art, wie es Besucher abstößt und keinerlei Glanz (siehe die herrlichen restaurierten Klöster von Wessobrunn, Benediktbeuern und andere) verströmt. Schade. Geld und Gold zieht immer nach vorn und weg von verblassten Größen vergangener Tage. Geld und Gold neigen zu Verdichtung und Verdrängung. 

Man kann es deutlich an der modernen „Nachverdichtung“ sehen, die neuen Mietern die Sicht wegen zu naher Neubauten nimmt. Verdrängt wird Licht und Lebensqualität. 

Sehenswert

Die gotische Kirche

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Weilheimer Krippenmuseum
Dietlhofer See
 
Kletterhalle Weilheim – Under the Roof
 
Innenstadt Fußgängerzone
 
Der Auenwald an der Ammer
 
Leider gibt es nicht allzu viele Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten in Weilheim. 
 
Entweder bekommt die Marketingabteilung für Weilheim zu wenig Budget, um Weilheim entsprechen herauszuputzen oder die Stadtverwaltung ist zu stoffelig um etwas mehr Ästhetik in den Pfaffenwinkel zu bringen. Mir stoßt das natürlich auf, da ich beruflich in der Werbung und dem Marketing beheimatet bin.
 
Nicht zu vergessen:
 
Umso besser, die vielen Empfehlungen in diesem Blog (wie der Zellsee) sind oft nur eine halbe Stunde mit dem Auto von Weilheim entfernt. 
 

Text: JvB, Fotos: www.genussorte-pfaffenwinkel.de

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